Albert Merz

Künstler

 

Teil 1

Zur Person

Albert Merz ist 1942 in Unterägeri geboren und aufgewachsen. Nach der Ausbildung am Lehrerseminar St. Michael unterrichtet er an verschiedenen Schulen. Mit 30 Jahren beginnt er eine künstlerische Ausbildung. Seit 1980 lebt und arbeitet er als freischaffender Künstler in Berlin.

Inhalt Teil 1


Albert Merz erzählt von seinen Jugenderinnerungen während der Nachkriegszeit in Unterägeri. Als Einzelkind wird er von der handwerklich tätigen Mutter und seinem fantasiebegabten Vater stark gefördert. Eine akademische Karriere will er nicht einschlagen und lässt sich zum Lehrer ausbilden. Der Leiter des Seminars entdeckt die künstlerische Begabung und schenkt ihm Ölfarben.



Während seiner Tätigkeit als Lehrer begegnet Albert Merz seiner späteren Frau. Er beginnt sich für Philosophie zu interessieren und intensiv zu schreiben; von Schulfunksendungen bis zu dramatischen Werken. Während eines Sabbatjahres in München widmet er sich intensiv dem Theater. Er merkt, dass das nicht ganz sein Metier ist, hat für sich aber ein Stück Freiheit entdeckt.

Nach der Scheidung verarbeitet er den Kummer in der Malerei und im Zeichnen. 1972 entschliesst er sich für die Schule für Gestaltung in Luzern und wird Zeichnungslehrer. Drei Lehrer beeinflussen ihn dabei speziell. Vollständig von der Kunst zu leben kann er sich zuerst nicht vorstellen. Doch irgendwann fällt der Entscheid: «Entweder mache ich richtig Kunst oder gar nicht.»

Inhalt Teil 2


Auch als Künstler will Albert Merz sich professionell ausbilden. Deshalb macht er mit 38 Jahren die Aufnahmeprüfung für die Akademie der Künste in Berlin und studiert dort acht Semester. Das Leben in Berlin fasziniert ihn und er findet auch rasch ein Atelier und eine Galerie. Diese macht ihn als Künstler international und über die Art Basel auch in der Schweiz bekannt. Die Eltern sind nach anfänglicher Skepsis stolz und helfen sogar bei der Produktion von Kunstwerken mit.



Trotz ersten Erfolgen ist das Leben hart. Das Atelier, in dem er zuerst auch wohnt, ist bitterkalt und wird erst im Laufe der Jahre renoviert. Mit der Wende 1989 droht sogar die Kündigung. Dank öffentlicher Hilfe kann das Atelierhaus jedoch weiterbestehen. Seit 33 Jahren arbeitet Albert Merz in diesen Räumen.

Albert Merz beschreibt die Inspiration zu seinen Bildern, die nicht revolutionär, sondern harmonisch sein sollen. Sie illustrieren die Suche nach Lebenssinn und Erkenntnis und haben auch einen therapeutischen Aspekt. In den Diptychen zeigt sich auch das Gefühl in einer geteilten Stadt, mit Gegensätzen und Verbindendem.

Zu seiner täglichen Routine gehört die kreative Tätigkeit im Atelier. Neue Ideen werden mit unterschiedlichen Techniken umgesetzt. Auch der Computer ist inzwischen zu einem wichtigen Arbeitsinstrument geworden.

Inhalt Teil 3


Kunst am Bau ist ein wesentlicher Teil von Albert Merz‘ Schaffen. Erstmals wird er dafür beim Um- und Neubau der Stadt- und Kantonsbibliothek in Zug angefragt. Weitere Aufträge folgen etwa beim Kantonsgericht in Zug, bei der Bibliothek Cham oder bei der Waldmannhalle in Baar. Sie inspirieren zu ganz unterschiedlichen Werken.

Die künstlerische Gestaltung der neuen Ägerihalle in seiner Heimatgemeinde Unterägeri ist für Albert Merz eine Herzensangelegenheit. Er schildert, wie die Idee mit der schwarzen Fassade entsteht und realisiert wird.



Die Fülle und der wachsende Umfang seines Werks wird zum Problem. «Ich male mich zu», sagt Albert Merz, «aber ich kann meine Arbeit nicht stoppen.» Die unzähligen Bilder sind zwar gut gelagert und akribisch dokumentiert, aber was damit einmal geschehen soll, ist eine offene Frage. Verhandlungen mit der Gemeinde Unterägeri bleiben ohne Ergebnis.

Hautnah erlebt Albert Merz den Fall der Mauer 1989 mit. Auf das künstlerische Schaffen hatte dies wenig Einfluss, aber die Sorge das Atelier verlassen zu müssen, wächst. Und Berlin entwickelt sich zu einer «gewöhnlichen» Grossstadt. Trotzdem fühlt sich Albert Merz in Berlin zuhause. Hier hat er zu sich selber gefunden. Dafür ist er der Stadt dankbar.

Aus dem Privatarchiv von Albert Merz




Einblicke in das Atelier


 Webseite Albert Merz


Aufnahmedatum: 11./12. Januar 2018
Aufnahmeort: Berlin
Redaktion und Interview: Remo Hegglin
Kamera, Ton und Postproduktion: Remo Hegglin


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